Reifen entsorgen: Wertstoffhof, Händler & Kosten

Autor: , Experte für Abfallwirtschaft, Recycling und Umweltschutz · YouTube-Kanal

Wertstoffhof - hier können Sie alte Reifen abgeben

Kurz gesagt: Alte Reifen können Sie am Wertstoffhof, beim Reifenhändler oder in der Werkstatt abgeben. Beim Kauf neuer Reifen ist die Entsorgung der Altreifen oft im Preis enthalten. Am Wertstoffhof fallen meist Gebühren an, die Menge ist oft begrenzt. Illegal entsorgte Reifen können zu Bußgeldern führen.

Ist das der richtige Artikel für Sie?

Dieser Artikel hilft Ihnen, wenn Sie alte Autoreifen, Fahrradreifen oder andere Reifen entsorgen möchten. Sie erfahren, wo Sie Reifen abgeben können, was es kostet und was Sie beachten müssen. Wenn Sie allgemein zu Metall und Schrott informiert werden möchten, lesen Sie unseren Ratgeber zu Metall & Schrott.

So entsorgen Sie Reifen richtig

Reifen sind getrennt zu sammelnde Abfälle und dürfen nicht im Hausmüll oder in der Natur entsorgt werden. Sie haben mehrere Möglichkeiten:

  1. Beim Kauf neuer Reifen (einfachste Option): Wenn Sie neue Reifen kaufen, nimmt der Händler oder die Werkstatt die Altreifen in der Regel kostenlos mit. Das ist oft die bequemste Lösung.
  2. Wertstoffhof: Viele Wertstoffhöfe nehmen Reifen an. Oft gibt es eine Mengenbegrenzung (z.B. 4 bis 8 Reifen pro Jahr) und Gebühren. Informieren Sie sich bei Ihrer Kommune.
  3. Reifenhändler oder Werkstatt: Manche Betriebe nehmen Altreifen auch ohne Neukauf an, gegen eine Gebühr. Rufen Sie vorher an.

Reifen entsorgen: Kosten

Die Kosten sind regional unterschiedlich. Beim Neukauf von Reifen ist die Entsorgung meist im Preis enthalten. Am Wertstoffhof fallen oft 2 bis 5 Euro pro Reifen an, oder eine Pauschale pro Fahrt. Manche Kommunen erlauben eine begrenzte Menge kostenlos. Die genauen Preise finden Sie auf der Webseite Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises.

Was passiert mit alten Reifen?

Altreifen werden in Deutschland nicht auf Deponien entsorgt, sondern recycelt oder energetisch genutzt. Gummigranulat aus Altreifen findet Verwendung in Sportplatzbelägen, Asphalt und Isolierungen. Die Entsorgung richtet sich unter anderem nach den allgemeinen Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsrechts und nach kommunalen Satzungen. Eine eigenständige bundesweite „AltReifenV“, die Händler pauschal zur Rücknahme verpflichtet, gibt es nicht. Mengenlimits am Wertstoffhof legt daher jede Kommune selbst fest.

Wertstoffhof mit Annahmebereich für Sonderabfälle wie Reifen

Fahrradreifen, Schläuche und kleine Reifen

Fahrradreifen und Schläuche passen weder in die Biotonne noch in den Gelben Sack. Manche Wertstoffhöfe nehmen sie zusammen mit Altreifen an, andere ordnen kleine Mengen dem Restmüll zu. Fragen Sie bei Ihrer Kommune nach, bevor Sie losfahren. Fahrradwerkstätten nehmen alte Schläuche oder Mäntel teilweise bei einem Reifenwechsel mit, sind dazu aber nicht bundesweit allgemein verpflichtet.

Prüfen Sie vorher, ob eine Reparatur reicht: Ein Schlauch mit einem kleinen Loch lässt sich oft flicken, ein Mantel mit rissiger Seitenwand oder sichtbar beschädigter Karkasse dagegen nicht mehr sicher verwenden. Felgen aus Metall gehören getrennt in die Metallsammlung. Bei Kinderwagen-, Schubkarren- oder Rollstuhlreifen gilt ebenfalls: Die Annahme hängt vom Material und von der örtlichen Sammelstelle ab.

Händlerannahme und Zuständigkeiten

Beim Reifenkauf ist die Mitnahme der alten Reifen üblich und sollte vor Auftragserteilung schriftlich auf Angebot oder Rechnung stehen. Ohne Neukauf können Betriebe eine Annahme ablehnen oder eine Gebühr berechnen. Fragen Sie nach Reifenart, Felgen, Menge und Preis – besonders bei Motorrad-, Transporter- oder stark verschmutzten Reifen.

AbgabestelleTypische AnnahmeVorher klären
Reifenhändler / WerkstattAltreifen beim Neukauf meist mitgenommenKosten, Reifen mit oder ohne Felge, Menge
WertstoffhofPrivate Kleinmengen nach örtlicher SatzungWohnsitznachweis, Jahreslimit, Gebühren
FahrradwerkstattTeilweise bei Reifen- oder SchlauchwechselOb Annahme ohne Reparaturauftrag möglich ist

Häufige Fehler

Reifen illegal entsorgen: Reifen in den Wald, an den Straßenrand oder in den Hausmüll zu werfen, ist verboten. Es kann zu Bußgeldern von mehreren hundert Euro führen.

Reifen verbrennen: Reifen dürfen nicht verbrannt werden. Die entstehenden Schadstoffe sind gesundheitsgefährdend und umweltschädlich.

Altreifen getrennt zurückgeben

Reifen gehören weder in die Restmülltonne noch zum Sperrmüll. Sie bestehen aus mehreren Materialien und werden deshalb über spezialisierte Rücknahme- oder Verwertungswege gesammelt. Fragen Sie beim Reifenwechsel zuerst die Werkstatt oder den Händler nach der Rücknahme. Für alte Reifen aus dem Keller nennen kommunale Wertstoffhöfe oder zugelassene Annahmestellen die zulässigen Mengen und möglichen Gebühren. Lagern Sie Reifen trocken, damit sich kein Wasser darin sammelt und keine Stolpergefahr entsteht.

Eine praktische Entscheidung in vier Schritten

Nehmen Sie sich bei unbekannten Dingen einen Moment Zeit. Erstens: Ist der Gegenstand noch brauchbar, reparierbar oder für eine Weitergabe geeignet? Zweitens: Enthält er einen Akku, eine Batterie, Elektronik, Chemikalien oder eine Lampe? Dann hat Sicherheit Vorrang und es braucht einen getrennten Rückgabeweg. Drittens: Lässt sich das Stück ohne Aufwand in verschiedene Materialien zerlegen? Nur solche klar trennbaren Teile sollten getrennt gesammelt werden. Viertens: Gleichen Sie die verbleibende Fraktion mit dem Abfall-ABC Ihrer Kommune ab. Dieses Vorgehen dauert wenige Sekunden und verhindert, dass Wertstoffe, Problemstoffe oder Restmüll am falschen Ort landen.

  • Abfälle trocken, standsicher und getrennt bis zum Abholtag oder zur Abgabe lagern.
  • Behälter nur so weit füllen, dass Deckel, Säcke und Transportwege sicher bleiben.
  • Keine unbekannten Flüssigkeiten mischen und niemals in Lebensmittelbehälter umfüllen.
  • Pfand, Rücknahme im Handel und kommunale Sammelangebote vor dem Restmüll prüfen.
  • Bei größeren Mengen Annahmezeiten, Wohnsitznachweis, Gebühren und Mengenlimits vorher nachsehen.
  • Bei widersprüchlichen Informationen gilt die aktuelle Regel Ihres örtlichen Entsorgungsbetriebs.

Warum die lokale Regel entscheidend bleibt

Deutschland hat gemeinsame gesetzliche Ziele für Vermeidung und Kreislaufwirtschaft, die konkrete Sammlung wird jedoch von Städten, Landkreisen und beauftragten Unternehmen organisiert. Deshalb können sich Tonnen, Annahmebedingungen und Abholrhythmen von Ort zu Ort unterscheiden. Allgemeine Ratgeber geben Orientierung, ersetzen aber keine kommunale Satzung. Prüfen Sie besonders bei Bioabfall, Sperrmüll, Bauabfällen, kompostierbaren Beuteln und Sonderstoffen den lokalen Kalender oder das Online-Abfall-ABC. So treffen Sie eine Entscheidung, die nicht nur plausibel klingt, sondern an Ihrem Wohnort tatsächlich funktioniert.

Aus der Regel eine Gewohnheit machen

Dauerhaft leicht wird Mülltrennung durch eine feste Routine. Sammeln Sie Problemstoffe und Rückgaben in einer beschrifteten, kindersicheren Box, falten Sie Kartons sofort und halten Sie Papier getrennt von nassen Abfällen. Planen Sie eine Wertstoffhof-Fahrt erst, wenn mehrere zulässige Fraktionen zusammenkommen, und sortieren Sie die Ladung schon zu Hause. Das spart Wege, erleichtert die Annahme und erhöht die Chance, dass Materialien hochwertig verwertet werden. Die beste Entsorgung ist dabei oft die, die durch Reparatur, Mehrweg oder Weitergabe gar nicht erst nötig wird.

Expertise & Vertrauen

Autor: , Promovierter Umweltwissenschaftler & Experte für Abfallwirtschaft

Expertise: Abfalltrennung, Recycling, Sonderabfall, Umweltschutz

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026

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